Der Student Alain Escher von der höheren Fachschule Zug zeigt eindrücklich, was alles mit leeren Vapes und ihren Akkus möglich ist. Erfahre mehr in seinem Bericht, der in Zusammenarbeit mit Shisha Heaven entstanden ist:
Wenn Wegwerfprodukte plötzlich ein zweites Leben bekommen
Jedes Jahr werden in der Schweiz Millionen von Einweg Vapes entsorgt. Kleine farbige Kunststoffgehäuse, die oft schon nach wenigen Tagen im Müll landen. Viele davon werden achtlos weggeworfen, einige landen immerhin im Elektroschrott. Doch kaum jemand macht sich Gedanken darüber, was eigentlich im Inneren dieser Geräte steckt.
Denn, obwohl der Vape «leer» ist, bleibt oft ein voll funktionsfähiger Lithium-Ionen-Akku zurück. Ein kleiner Hochleistungsakku, entwickelt für moderne Elektronik. Produziert mit wertvollen Rohstoffen, Energie und Technologie. Und genau dieser Akku wird nach einmaligem Gebrauch entsorgt.
Diese Frage wurde für den Produktdesign-Studenten Alain Escher zum Ausgangspunkt eines Projekts:
Was wäre, wenn aus diesem Abfall etwas Neues entstehen könnte?
So entstand die Idee einer Akkuleuchte, deren Energiequelle aus wiederverwendeten Vape Akkus besteht. Statt die Zellen wegzuwerfen, werden sie geprüft, selektiert und zu einem neuen Akkupack zusammengeschlossen. Daraus entsteht kein technisches Gadget, sondern ein bewusst gestaltetes Wohnobjekt.
Dabei geht es nicht nur um Recycling. Es geht um einen anderen Umgang mit Ressourcen. Um die Frage, wie Produkte gestaltet sein müssen, damit sie länger bestehen dürfen als nur einen kurzen Konsummoment.
Die Leuchte soll genau das Gegenteil eines Einweg Vapes sein:
- langlebig
- reparierbar
- bewusst gestaltet
- emotional statt kurzlebig
Und vielleicht liegt genau darin die eigentliche Innovation des Projekts. Nicht nur darin, einen Akku weiterzuverwenden, sondern darin, einem Wegwerfprodukt wieder Wert zu geben.
Während ein Vape meist nach wenigen Tagen vergessen ist, könnte derselbe Akku später über Jahre hinweg Licht spenden. Auf einem Nachttisch, auf einem Balkon in einer Sommernacht oder mitten auf einem Tisch, an dem Menschen zusammensitzen und Zeit miteinander verbringen.
Der naheliegendste erste Schritt
Das Projekt von Alain zeigt, was möglich ist, wenn man genauer hinschaut. Aber es stellt auch eine einfachere Frage: Was wäre, wenn der Akku gar nie weggeworfen werden müsste?
Mehrweg Vapes funktionieren nach genau diesem Prinzip. Der Tank wird nachgefüllt, der Akku aufgeladen und das Gerät bleibt, was es sein sollte. Ein Begleiter und kein Einmalartikel. Die Auswahl an Liquids ist dabei mindestens so gross wie bei Einwegprodukten: Tabak, Früchte, Desserts, Menthol – hunderte von Sorten, die sich immer wieder neu kombinieren lassen.
Nachhaltigkeit muss nicht nach Verzicht aussehen. Manchmal fängt sie einfach damit an, ein Gerät zu wählen, das man nicht wegwirft.
Das Projekt befindet sich aktuell noch in der Entwicklungsphase. Doch bereits jetzt zeigt es, dass ein anderer Umgang mit Ressourcen möglich ist.